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02 Ihr Anliegen

Neurologische Einschränkungen

Neurologische Physiotherapie: Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag

Neurologische Erkrankungen verändern, wie der Körper Bewegung plant und ausführt. Nach einem Schlaganfall, bei Parkinson, Multipler Sklerose oder anderen neurologischen Diagnosen geht es in der Physiotherapie vor allem um eines: die Fähigkeiten zu stärken, die für Ihren Alltag zählen – Gehen, Gleichgewicht, Greifen, Selbstständigkeit.

Typische Beschwerden

  • Gangunsicherheit und erhöhte Sturzgefahr
  • Lähmungen oder Schwäche nach Schlaganfall (Hemiparese)
  • Steifigkeit, Zittern und kleiner werdende Bewegungen bei Parkinson
  • Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen, z. B. bei MS
  • Unsicherheit bei Alltagsaktivitäten wie Aufstehen, Treppen, Anziehen

Weitere Krankheitsbilder, die wir behandeln

Rund 260.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr einen Schlaganfall (Robert Koch-Institut). Neurologische Physiotherapie hilft aber weit darüber hinaus – zum Beispiel bei:

  • Polyneuropathie: Nervenschädigung mit Kribbeln, Taubheit und Gangunsicherheit, häufig bei Diabetes – gezieltes Training verbessert die Standsicherheit
  • Lagerungsschwindel (BPPV): die häufigste Schwindelform – mit gezielten Lagerungsmanövern oft schnell behandelbar
  • Fazialisparese: einseitige Lähmung der Gesichtsmuskulatur – Mimiktraining unterstützt die Erholung des Nervs
  • Fatigue bei Multipler Sklerose: belastende Erschöpfung – dosierte Bewegung und Energiemanagement helfen im Alltag

Behandlungsmethoden kurz erklärt

In Klinik und Reha fallen oft Fachbegriffe für Therapiekonzepte. Die wichtigsten kurz erklärt:

  • Bobath-Konzept: fördert normale Bewegungsabläufe, besonders nach Schlaganfall
  • PNF: nutzt gezielte Bewegungsmuster, um Kraft und Koordination zu verbessern
  • Gangtraining: übt sicheres Gehen in alltagsnahen Situationen
  • Gleichgewichtstraining: verbessert die Balance und beugt Stürzen vor

Welche Methode passt, hängt von Diagnose und Zielen ab – das legen wir gemeinsam im Erstbefund fest.

Auch jüngere Betroffene – etwa mit MS oder einem Schlaganfall im Berufsalter – behandeln wir mit eigenen Zielen: Rückkehr in Arbeit, Sport und Autofahren. Viele Anfragen erreichen uns zudem von Angehörigen – das ist ausdrücklich willkommen.

Ältere Patientin trainiert das Gehen an Parallelbarren unter physiotherapeutischer Begleitung.
Gang- und Gleichgewichtstraining orientiert sich an sicheren, selbstständigen Bewegungen im Alltag.

Wie Physiotherapie helfen kann

Die neurologische Physiotherapie arbeitet alltagsorientiert: Wir üben die Bewegungen, die Sie tatsächlich brauchen – vom sicheren Aufstehen über Gangtraining bis zum Gleichgewicht auf unebenem Boden. Wiederholung, Geduld und die richtige Dosierung sind dabei wichtiger als spektakuläre Übungen.

Angehörige beziehen wir auf Wunsch mit ein, und wenn der Weg in die Praxis nicht möglich ist, prüfen wir Hausbesuche auf ärztliche Verordnung.

Bei Parkinson orientieren wir uns an der Europäischen Physiotherapie-Leitlinie: gezieltes Gangtraining, Cueing-Strategien und Gleichgewichtsübungen.

Typische Bausteine der Behandlung sind:

  • Gangtraining für mehr Sicherheit und Ausdauer beim Gehen
  • Gleichgewichtstraining zur Sturzprävention
  • Üben von Alltagsbewegungen wie Aufstehen, Treppensteigen und Greifen
  • Einbeziehung von Angehörigen und Abstimmung mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten
  • Begleitung beim Übergang von der Klinik in die ambulante Therapie

So gehen wir vor

Der Erstbefund nimmt sich Zeit: Wir sichten Klinik- und Reha-Berichte sowie die Medikamentenliste und testen Gehen, Gleichgewicht, Kraft und Alltagsfunktionen mit standardisierten Verfahren – so werden Fortschritte später messbar. Angehörige dürfen gern dabei sein.

Ziele formulieren wir konkret für Ihren Alltag: sicher zur Bushaltestelle gehen, ohne Hilfe aufstehen, die Treppe zu Hause bewältigen. In festen Abständen prüfen wir mit denselben Tests, was sich verbessert hat – und passen den Plan an.

Praktische Fragen zu Verordnung, Terminen und Kosten beantwortet der Abschnitt Ablauf auf der Startseite.

Wann ärztlich abklären lassen?

Physiotherapie hat Grenzen. Diese Warnzeichen sind selten – aber sie gehören zuerst in ärztliche Hände:

  • Plötzliche Lähmung, Taubheit, Seh- oder Sprachstörung: Notruf 112 – Verdacht auf Schlaganfall
  • Plötzlich einsetzende, ungewohnt starke Kopfschmerzen
  • Neue Stürze oder rasch zunehmende Unsicherheit beim Gehen
  • Plötzliche Verschlechterung bekannter Symptome

Häufige Fragen

Wie oft ist neurologische Physiotherapie sinnvoll?
Die Frequenz richtet sich nach Verordnung, Krankheitsbild und Ziel – häufig sind regelmäßige Termine über einen längeren Zeitraum sinnvoll, ergänzt durch einfache Übungen für zu Hause. Wir besprechen das im Erstbefund.
Kommt die Therapie auch zu mir nach Hause?
Wenn der Weg in die Praxis aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, kann die Ärztin oder der Arzt einen Hausbesuch verordnen. Sprechen Sie uns an – wir prüfen gemeinsam die passende Lösung.
Was ist die Bobath-Methode?
Das Bobath-Konzept ist ein Therapieansatz, der normale Bewegungsabläufe fördert und ungünstige Kompensationsmuster abbaut. Es wird besonders häufig nach Schlaganfall und bei anderen neurologischen Erkrankungen eingesetzt.
Welche Ziele hat neurologische Physiotherapie im Alltag?
Im Mittelpunkt stehen die Fähigkeiten, die Sie täglich brauchen: sicher gehen und stehen, das Gleichgewicht halten und Alltagshandlungen wie Aufstehen oder Anziehen selbstständig bewältigen.

Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Diagnose. Bei akuten, starken oder anhaltenden Beschwerden lassen Sie die Ursache bitte ärztlich abklären.

Der nächste Schritt ist der einfachste.Termin online anfragen oder anrufen – wir melden uns zeitnah zurück.
Termin anfragen 033200 180940